2080 – Kapitel 4 (mit Autorenkommentar)

Achtung SPOILER (am besten erst die Folge hören).

So, hier sind wir also. Im Freihafen. Der Laden hat übrigens ein echtes Vorbild im Bochumer Bermuda Dreieck. Das Freibeuter. Natürlich haben wir uns ein paar kreative Freiheiten herausgenommen. Wenn man da ist, erkennt man aber dennoch ganz gut, welchen Laden wir im Kopf hatten und fast erwartet man einen Anruf, der das Leben völlig verändern wird. Wenn ihr mal in der Gegend seid, schaut mal vorbei und hört dabei eine Folge 2080.

Ulf rekapituliert noch einmal die Geschehnisse der letzten Stunden. Doch dann die Schreckensnachricht. Seine Ex-Freundin Jenni ruft Ulf an und teilt ihm mit, dass seine Wohnung brennt. Vor Ort glaubt sein Sohn einen Beweis gefunden zu haben, dass es sich um keinen gewöhnlichen Wohnungsbrand handelt. Aber weder Ulf, noch Jenni wollen ihrem Sohn glauben. Mit dem Wohnungsbrand sind nun auch die Unterlagen zum Madrider Vertrag vernichtet, ebenso viele persönliche Erinnerungen von Ulf, die er bisher noch nicht in eine der unzähligen Cloud Angebote geladen hatte.

Als wir dieses Kapitel schrieben, gab es übrigens noch kaum irgendwelche Cloud Angebote. Das war reine Spinnerei von uns. Es herrschte (zumindest in unserem Bekanntenkreis) damals noch die vorherrschende Meinung, dass cloud Dienst sich im Vergleich zur ganz normalen Festplatte in der Schublade nur schwer durchsetzen würden. Ninja, entscheidet selbst.

Jedenfalls ist Ulf soeben seine Wohnung abgebrannt als wir in Kapitel 4 mit ihm im Freihafen sitzen.Doch dann wird es noch schlimmer. Den Ulf wird von der Ruhrstadt Polizei zum Verhör vorgeladen. Offenbar steht Ulf im Verdacht seine eigene Wohnung angezündet zu haben. Dazu mehr in Kapitel 5.

Mit Kapitel 4 haben wir Ulf so gut wie alles genommen, was er besessen hat. Jedenfalls materiell betrachtet. Aber wie es sich für einen Helden gehört, hängt Ulf nicht an seinem Tinnef, sondern ist von einer höheren Motivation getrieben. Er will die Wahrheit über das Verschwinden des Professors herausfinden. Jetzt noch mehr als jemals zuvor. Jetzt erstrecht!

 

 

2080 – Kapitel 3 Teil 2 – (Mit Autorenkommentar)

Achtung SPOILER (am Besten erst die Folge hören).

 

Wir sind wieder mit Ulf im alten Schauspielhaus. Eine heruntergekommene Ruine, die Ulf vor Jahren einmal wieder ansehnlich machen wollte im Rahmen von sozialen Projekten. Das Geld wurde aber gestrichen, als klar wurde, dass die „Nicht Befugten“ nicht gefährlich sind. Geld für Soziales gibt in 2080 anscheinend nur, wenn der soziale Frieden massiv gefährdet ist.

Mit einem Trick überrascht Ulf seinen Verfolger und bringt ihn zu reden. Wir lernen Bernd kennen, der Ulf angerufen hat. Er hat eine unglaubliche Beobachtung gemacht, die nicht zu der offiziellen Nachrichtenmeldung passt, dass der Professor tot aufgefunden wurde. Die ganze Geschichte vom Tod des Professors hat offenkundige Lücken, die sich nicht logisch erklären lassen.

Zum Zeitpunkt als wir Kapitel 3 Teil 2 geschrieben haben, hatten wir Autoren selbst noch keine konkreten Vorstellung was genau hinter dem Verschwinden des Professors stecken könnte. Eine Entführung? Die Befürworter des Madrider Vertrages könnten dafür gesorgt haben, dass mit dem Professor ein unangenehmer Gegner verschwindet.

Oder ist dieser Bernd doch nur ein „Nicht Befugter“, der sich mit einer wilden Behauptung etwas Geld dazu verdienen will? Denn eines darf man bei 2080 nie ausser Acht lassen. Wir brauchen keiner Storyline oder einem Spannungsbogen folgen, wie er in Hollywood üblich ist. Wir können die Geschichte frei von allen Zwängen erzählen. Und damit ist jeder der Figuren in Gefahr. Ihr glaubt es gibt in 2080 Helden, die wir nicht bereit wären zu Opfern? Ein Ulf z.B. könnte niemals sterben? Vielleicht in Hollywood nicht. Aber in der Welt von 2080 ist theoretisch alles möglich. Das macht 2080 nicht zuletzt auch für uns zu einer erfrischenden Geschichte, die noch einige Überraschungen zu bieten hat.

Nach diesen neuen Informationen braucht Ulf jedenfalls Zeit zum Nachdenken. Und dafür gibt es für ihn nur einen geeigneten Ort…

 

2080 – Kapitel 3 – Teil 1 (mit Autorenkommentar)

Achtung SPOILER. (Wenn ihr Kapitel 3 noch nicht kennt, erst hören, dann lesen!)

Ab Kapitel 3 wird es politisch. Wir erfahren, dass Professor Albert Kringler an so etwas mit dem Namen Madrider Vertrag mitgearbeitet hat und mit seinem Rücktritt gedroht hat.

Wir erfahren auch mehr über die „modernen“ Städte. Es gibt neue und alte Teile der Ruhrstadt. Es teilt sich auf in arm und reich. Alter Asphalt, neuer Asphalt. Die Städte des Ruhrgebiets wurden (vielleicht aus Kosten und Effizienzdruck?) zusammengelegt. Es gibt also kein Dortmund, Bochum, Duisburg oder Essen mehr. In 2080 sind dies Stadtteile der Ruhrstadt. Daher auch Ruhrstadt-Bochum. Ist das realistisch, denkbar? In 2080 ist es jedenfalls Realität, ebenso wie die Koexistenz von selbstfahrenden und selbst gefahrenen Autos.

Mit der Natur scheint es nicht mehr so gut bestellt zu sein. Der Regen ist gesundheitsgefährdend und greift sogar auf Dauer die alten Autolacke an. Vielleicht immer, oder vielleicht ist es nur ein besonders giftiger Tag, den Ulf erwischt hat. Es würde zu seinem Tag passen, der nicht besser zu werden scheint, als er auf dem Weg zu jenem Informanten ist, der ihm mehr über das Verschwinden des Professors verraten will.

Wir haben 2080 bewusst auf mehreren Ebenen angelegt. Wir wollten mehr als nur eine spannende Story erzählen. In 2080 fließen unsere (meistens bewusst düster angelegten) Gedanken zu einer Zukunft ein, in der die Gesellschaft sich nicht unbedingt überall zum besseren weiterentwickelt hat. Sei es Politik, Technik oder auch gesellschaftliche Zusammenhänge. Eine Politik, die eher auf die Realitäten reagieren musste (Zusammenlegung von Städten), eine Technik, die sich ohne besondere Regulierung weiterentwickelt hat (Roboter ersetzen Menschen mit der Folge einer Massenarbeitslosigkeit). Die Menschen kriegen „ihr Geld“ und werden vom Staat mehr oder weniger allein gelassen. Die Gesellschaft von 2080 scheint besonders zweigeteilt. Jene, die sich einen Communicator leisten können (wie Ulf) und solche, die scheinbar von allen Kommunikationsmitteln abgeschnitten sind und nur zusehen können, wie die Gesellschaft weiter voranschreitet. Ohne sie.

Es hat sich eine Parallel-Gesellschaft gebildet. In Kapitel 3 Teil 1 trifft Ulf dann den ersten Vertreter dieser Gesellschaft. Einen, den wir heute als Obdachlosen bezeichnen würden, der mit seinem Einkaufswagen durch die Ruhrstadt zieht. Siggi. Aber ist Siggi wirklich nur ein harmloser Unbefugter? Findet es heraus in den folgenden Kapiteln.

 

2080 – Kapitel 2 (Mit Autorenkommentar)

Als wir im Juli 2009 kurz davor standen das erste Kapitel von 2080 zu veröffentlichen, diskutierten wir darüber, was für uns Erfolg bedeutet. Ich (Marco) war der Meinung, dass 20 bis 30 Stammhörer (ca. eine Schulklasse) für mich schon als ein Erfolg zu werten sei. Dafür würde ich weiter an 2080 arbeiten. Jam war da schon etwas ambitionierter. Etwa 500 Hörer stellte er sich vor. Das müsste drin sein. Nunja. Ich hielt das für maßlos überzogen. Aber ich wollte ihn nicht den Mut nehmen.

Dass Kapitel I bis heute über 9000 Downloads erreicht hat mit über 70 Rezensionen begeistert uns jeden Tag aufs Neue. Lange Rede … Viel Spaß mit Kapitel II.

 

Über Kommentare freuen wir uns übrigens genauso sehr wie über Flattr-Klicks und itunes Rezensionen.

2080 – Kapitel 1 – (mit Autorenkommentar)

Wir sind wieder da. Wer dachte, das 2080 sich im Sande verlaufen könnte, hat sich geirrt. Manche Dinge brauchen Zeit, manche sehr viel. Wie viel Zeit 2080 brauchen wird, können wir heute noch nicht sagen. Nur eines wollen wir euch und uns versprechen: Solange es uns gibt, werden wir die Geschichte von Ulf Ferm voran treiben.

Da die letzte Veröffentlichung aber schon eine Weile her ist, wollen wir heute noch einmal neu starten. Mit Kapitel 1. Damit aber auch für alte und neue Hörer gleichermaßen etwas dabei ist, wollen wir zu jedem Kapitel einen kleinen Autorenkommentar dazu schreiben.

Also keine lange Vorrede mehr. Hier ist sie mit exklusivem Kommentar der Autoren. Das Kapitel 1. Wie alles begann. Der Anfang von allem. Die heilige erste Minute. Der Urknall. Die Geburtsstunde. Der Anfang vom Ende der Welt…

 

Was viele nicht wissen: 2080 war ursprünglich als Buch geplant. 2009, lange her. Wir (also die Autoren) steckten damals noch im Studium. Podcast war  irgendwie noch neu und unbekannt. Also schrieben wir uns erst einmal die Finger wund ohne groß über Dialoge nachzudenken. Über die Zukunft wie sie vielleicht sein könnte, sowohl technisch als auch gesellschaftlich. Ein Verursachergesetz, das solche Lebensmittel besteuert, die ungesund sind. Sprachsteuerung, das indiwake und den Connector am Arm. Das sind alles keine ganz neuen Erfindungen von uns. Aber trotzdem schmunzeln wir heute im April 2015 kurz vor der Einführung der apple watch, wenn wir Ulf zuhören, wie er Telefongespräche und Nachrichten über sein Handgelenk abwickelt. Ulf ist Social Ingenieur, eine Mischung aus Sozialarbeiter, Programmierer und Privatdetektiv. Er lebt in einer Zeit, in der die meiste Arbeit der Menschen von Robotern erledigt wird bzw. bald erledigt werden soll. Denn Ulf’s Aufgabe ist es „die Dinger sozialverträglich zu machen“. Es ist also genau diese spannende Zeit, von der wir uns heute fragen, ob sie eines Tages Wirklichkeit wird. Wird jeder Haushalt einen eigenen Roboter haben? Werden Autos alleine fahren und wird sich die Macht auf einige wenige Konzerne oder gar einen einzigen Konzern konzentrieren? Aber auch wenn die Technik voranschreitet. Eines scheint zu bleiben. Der Tod ist die letzte natürlich Grenze des Menschen. Das muss Ulf gleich im ersten Kapitel schmerzlich erfahren. Ein Schock für ihn. Und nicht der letzte.